Weiterführende Publikationen

StopptCOVID-Studie: Wie stoppt man eine Pandemie?

Wirksamkeit und Wirkung von nicht-pharmazeutischen Maßnahmen auf die COVID-19-Pandemie in Deutschland

02.04.2024 Die getroffenen Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung von SARS-CoV-2 haben sowohl im Frühjahr als auch im Herbst 2020 zu bisher nicht dagewesenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland geführt. Die Wirksamkeit der Maßnahmen als Ganzes erscheint offensichtlich, aber über die Beiträge der einzelnen Public Health Maßnahmen- wie Kontaktreduktion, Tragen einer Alltagsmaske oder Schulschließungen zur Kontrolle der epidemiologischen Dynamik ist wenig bekannt und bisher ist der Effekt einzelner Maßnahmen nicht systematisch analysiert worden.

https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/gesundheitswissenschaften/ag/ag2/forschung/stopptcovid.xml

Studie Download: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Projekte_RKI/StopptCOVID_studie.html


Studie: Kinder tragen nichts zu Infektionen bei und Schulschließungen sind ohne Einfluss

06.11.2020 Ein immer wieder kontrovers diskutiertes Thema ist, ob Kinder zum Infektionsgeschehen beitragen oder nicht. Bei der Grippe ist das nämlich sehr wohl der Fall und Kinder gehören sogar zur gefährdeten Gruppe. Bei Corona ist es eindeutig so, dass die Sterblichkeitsrate der normalen Altersverteilung folgt. Das heißt, es sterben vorwiegend Personen über 85 und auch in Österreich niemand unter 35.

https://tkp.at/2020/11/06/studie-kinder-tragen-nichts-zu-infektionen-bei-und-schulschliessungen-sind-ohne-einfluss/

Download Studie: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.11.01.20222315v1.full.pdf


Rückblick auf Corona-Schulschließungen: Eltern in schwierigen sozialen Lagen brauchen besondere Unterstützung

Leibniz-Institut für Bildungsverläufe

13.09.2023 Eine jetzt veröffentlichte Studie zeigt, dass insbesondere sozial benachteiligte Familien die pandemiebedingte Schulausfälle in den Jahren 2020 und 2021 als problematisch erlebt haben. Die Forscher mahnen gezielte Unterstützungsangebote an, um Bildungsungleichheiten entgegenzuwirken.

Download Studie: https://www.lifbi.de/LinkClick.aspx?fileticket=PRXQQSFsvEY%3d&portalid=2

https://idw-online.de/de/news820551


Effectiveness of social distancing measures and lockdowns for reducing transmission of COVID-19 in non-healthcare, community-based settings

24.08.2023 Publisher: The Royal Society
Journal: Philosophical Transactions of the Royal Society A: Mathematical, Physical and Engineering Sciences

Social distancing measures (SDMs) are community-level interventions that aim to reduce person-toperson contacts in the community, thereby reducing the size and impact of an epidemic or pandemic to protect healthcare capacity. SDMs were a major part of the global response during the COVID-19 pandemic first to contain, then to mitigate, the spread of SARS-CoV-2 in the community. Common SDMs included limiting the size of gatherings, closing schools and/or workplaces, implementing workfrom-home or hybrid work arrangements, or more stringent restrictions on movement such as targeted or blanket lockdowns. In the United Kingdom, SDMs were first implemented in March 2020 with a stayat-home order issued by the end of that month. Subsequently, phased relaxing and tightening of SDMs were carried out as the pandemic evolved. This systematic review summarised the evidence for the effectiveness of nine SDMs around the world, including the United Kingdom.

https://ora.ox.ac.uk/objects/uuid:929243b1-9bcc-4537-8435-5d51bc895621


The youth mental health crisis: Quasi-experimental evidence on the role of school closures

18.08.2023 During the COVID-19 pandemic, the youth mental health crisis has reached unprecedented levels. To which extent school closures, one of the most heavily debated pandemic measures, have contributed to or even caused this crisis is largely unknown. We seek to narrow this blind spot, by combining quasi-experimental variation in school closure and reopening strategies across the German federal states at the onset of the pandemic with nationwide, population-based survey data on youth mental health and high-frequency data from the largest crisis helpline. We show that prolonged school closures led to a substantial deterioration in youth health-related quality of life, precipitating early signs of mental health problems. The effects were most severe among boys, younger adolescents, and families with limited living space. We further provide evidence that family problems are a major issue that adolescents were struggling with when denied access to school. Overall, school closures largely explain the deterioration of youth mental health over the first pandemic wave.

https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adh4030


Die Lehrerschaft verdrängt ihr Versagen in der Corona-Zeit und behindert dadurch die Heilung der Kindern zugefügten Verletzungen

12.06.2023 Nachdem sich die Wahrheit nicht mehr verstecken lässt, dass die Corona-Maßnahmen, vor allem an den Schulen, weit überzogen waren, verstecken sich nun Lehrerinnen und Lehrer vor dieser Wahrheit. Sie wollen die Schwarze Corona-Pädagogik vergessen, die sie betrieben, oder der sie sich nicht widersetzt haben. Doch die Opfer dieser pädagogischen Exzesse haben eine Entschuldigung verdient und brauchen sie auch, argumentiert in diesem Gastbeitrag ein Lehrer, der sich widersetzt und die Konsequenzen in Kauf genommen hat.

Die Lehrerschaft verdrängt ihr Versagen in der Corona-Zeit und behindert dadurch die Heilung der Kindern zugefügten Verletzungen


Qualitätsdefizite im Corona-Journalismus

Eine kommentierte Fallsammlung

März 2023, von Timo Rieg
Dieses medienjournalistische Working-Paper basiert auf einer umfangreichen Sammlung journalistischer Qualitätsmängel in der Berichterstattung zur Corona-Pandemie, die zunächst für einen Beitrag in der Zeitschrift „journalistik“ begonnen wurde (Rieg 2020b3).
Studie Download: DOI:10.13140/RG.2.2.13364.01927

Studie Download: https://www.researchgate.net/publication/368289947_Qualitatsdefizite_im_Corona-Journalismus_Eine_kommentierte_Fallsammlung


Nach Corona: Reflexionen für zukünftige Krisen

Ergebnisse aus dem Corona-Aufarbeitungs-Prozess

WIEN, 2023
Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) möchte mit der vorliegenden Studie zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie – im Sinne der „krisenhaften Situation“ – beitragen. Projektleiter Alexander Bogner, Soziologe an der ÖAW, hat mit Wissenschaftler:innen mehrerer Institutionen unterschiedliche Aspekte der Pandemie wie die Impfpflicht, den Heimunterricht oder die zunehmende Polarisierung analysiert.

Österreichische Akademie der Wissenschaften, herausgegeben von Alexander Bogner
file:///C:/Users/Stefanie%20Raysz/Downloads/82a_1_bei_NB.pdf


EINSETZUNG EINER ENQUETE-KOMMISSION „PANDEMIE“

Positionspapier der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag

02.2023 Die Corona-Pandemie hat die Gesundheitssysteme, aber auch viele andere Politikfelder neben der Gesundheitspolitik in Deutschland, Europa und weltweit unvorbereitet getroffen und auf die Probe gestellt. Dabei wurden Defizite und eine fehlende Resilienz in pandemischen Krisenzeiten deutlich. Zu statisch, zu abhängig, zu analog, zu intransparent und zu unübersichtlich wurde versucht, die Herausforderungen der Pandemie zu bewältigen. Dies hat nicht nur unser Gesundheitssystem an die Grenzen der Belastbarkeit und darüber hinausgeführt, sondern auch unser Bildungs-, Wirtschafts-, Demokratie- und Gesellschaftsgefüge erheblich in Mitleidenschaft gezogen.

https://www.fdpbt.de/sites/default/files/2023-03/Positionspapier%20zur%20Einsetzung%20einer%20Enquete-Kommission%20%E2%80%9EPandemie%E2%80%9C.pdf


FORSCHUNG

Corona belastet Kinder und Jugendliche weiterhin – neue Krisen rücken nach

9.12.2022  Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist auch im dritten Jahr der Corona-Pandemie noch spürbar beeinträchtigt: Zwar sind die Belastungen nicht mehr so hoch wie während des ersten und zweiten Lockdowns, aber sie liegen durchgehend über den Werten vor der Pandemie. Das gilt für Sorgen und Ängste ebenso wie für psychosomatische Beschwerden.

https://www.uke.de/allgemein/presse/pressemitteilungen/detailseite_128704.html

https://www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie-psychotherapie-und-psychosomatik/forschung/arbeitsgruppen/child-public-health/forschung/copsy-studie.html


Pandemie und psychische Gesundheit

Aufmerksamkeit, Beistand und Unterstützung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in und nach gesellschaftlichen Krisen

28.11.2022 Die psychischen Belastungen im Kontext der COVID-19-Pandemie insbesondere für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind in der Öffentlichkeit oft übersehen worden. Unter dem Motto „Triff den Ethikrat! Unser Leben in der Pandemie“ hat der Deutsche Ethikrat Ende September 2022 ca. 350 Schülerinnen und Schüler zu einem Austausch über ihre Erfahrungen in der COVID-19-Pandemie eingeladen. Mit ihren Statements und Präsentationen veranschaulichten sie, was wissenschaftliche Studien der letzten zwei Jahre belegen*: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene hatten infolge der Pandemie und der Infektionsschutzmaßnahmen große Belastungen zu tragen.

https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Ad-hoc-Empfehlungen/deutsch/ad-hoc-empfehlung-pandemie-und-psychische-gesundheit.pdf

https://www.ethikrat.org/fileadmin/PDF-Dateien/Pressemitteilungen/pressemitteilung-06-2022.pdf

 


Im Maschinenraum des Heinz Bude

Ein ehemaliges Mitglied der COVID-19 Task Force des Bundesministerium des Inneren rechtfertigt die Pandemiemaßnahmen – mit verstörender Rhetorik

03.11.2022 Der Wettbewerb um die heldenhafteste Pandemie-Rückschau hat begonnen. Jens Spahn veröffentlichte ein Buch mit dem Titel „Wir werden einander viel verzeihen müssen“ – wobei sich unweigerlich die Frage aufdrängt, was die Bürger eigentlich Jens Spahn getan haben, dass dieser ihnen etwas zu verzeihen hätte. Im Magazin The Atlantic erschien ein Meinungsbeitrag mit dem Titel „Let’s declare a Pandemic Amnesty“. Die Autorin, die sich während der Pandemie für Impfmandate und Schulschließungen eingesetzt hatte, könnte eine Amnestie in der Tat gut gebrauchen. In das Genre postpandemischer Läuterungsprosa reiht sich ein ehemaliges Mitglied der Covid-19 Task Force des Bundesinnenministeriums ein: Der Soziologe Heinz Bude. Er verfasste einen Artikel mit dem Titel „Aus dem Maschinenraum der Beratung in Zeiten der Pandemie“. Das Dokument ist so erhellend wie verstörend, denn es zeigt auf: Verantwortliche der Maßnahmenpolitik sind zu keiner Evaluation, geschweige denn einem Schuldeingeständnis fähig. Hermetisch abgeschlossene Weltbilder der eigenen Blase und das Fehlen kritischer Berichterstattung ermöglichen es, bis heute in falschen Narrativen zu verweilen und sich von jedweder Verantwortung freizusprechen.

https://www.velazquez.press/p/im-maschinenraum-des-heinz-bude


OECD-Bildungsbericht

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Schulen?

5.10.2022  Der diesjährige OECD-Bildungsbericht beschäftigt sich unter anderem mit den weitreichenden Folgen der Corona-Pandemie für die Schulen und Schüler. Ein Sonderkapitel hat der diesjährige Bildungsbericht der OECD den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Schulen gewidmet. Dabei zeigen sich die unterschiedlichen Herangehensweisen der Länder während der Pandemie.

https://www.swr.de/wissen/oecd-bildungsbericht-corona-100.html


Offener Brief der Initiative Kindeswohl

11.08.2022 Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unserer Gesellschaft, und ihr jetziges Wohlergehen bestimmt darüber, wie sich unsere Gemeinschaft zukünftig entwickeln wird. Kinder sind auf verantwortungsvolle Begleitung, Schutz und Entwicklungsräume angewiesen, um ihr Potenzial zu entfalten. In den letzten zweieinhalb Jahren mussten Kinder und Jugendliche tiefgreifende, ihr Leben stark beschränkende Maßnahmen erdulden.

https://www.initiative-kindeswohl.de/files/downloads/presse/220811_PM-initiativekindeswohl.pdf


EVALUATION DER RECHTSGRUNDLAGEN UND MAßNAHMEN DER PANDEMIEPOLITIK

BERICHT DES SACHVERSTÄNDIGENAUSSCHUSSES NACH § 5 ABS. 9 IFSG

30.06.2022 Wie erfolgreich waren diese Maßnahmen? Und was können wir lernen für zukünftige Pandemien? Mehr als zwei Jahre nach Beginn der Pandemie soll der vorliegende Bericht Antworten auf diese Fragen bieten. Die Ansprüche an die Evaluationskommission und den Bericht sind hoch. Es galt zu erarbeiten, inwieweit die jeweils geltenden Rechtsgrundlagen es ermöglicht haben, in verfassungsmäßiger, geeigneter und effektiver Weise auf die Pandemie zu reagieren. Unser Ziel ist es, einen wesentlichen Beitrag dazu zu leisten, Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung eine informierte und solide Grundlage für zukünftige Maßnahmen und Strategien zu geben. Der Bericht soll helfen, zukünftig präventiv, rasch und zielgenau auf große Gesundheitsrisiken reagieren zu können.

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/S/Sachverstaendigenausschuss/220630_Evaluationsbericht_IFSG_NEU.pdf


Aus dem Maschinenraum der Beratung in Zeiten der Pandemie

SOZIOLOGIE , 5 1 . J G . , H E F T 3 , 2 0 2 2 , S . 2 4 5 – 2 5 5
Heinz Bude

Es gibt die Klage in unserem Fach, dass die Soziologie bei der Deutung wie bei der Bewältigung der SARS-CoV-2-Pandemie durch andere Wissenschaften insbesondere durch die Epidemiologie und durch die Virologie an den Rand gedrängt worden sei. Darin schwingt der Vorwurf an die Politik mit, dass man durch die Hinzuziehung von soziologischem Sachverstand die Eindämmung der Seuche zielgenauer und gerechter hätte bewerkstelligen können. Man hätte dann bei der Art und Weise der Durchführung der Lockdowns die doppelte Belastung der Frauen als Mütter schulpflichtiger Kinder und als Beschäftigte im Homeoffice, die Gefährdung von Heranwachsenden in ihrem »Jugendirresein« (Eduard Spranger) oder mit ihren Abwehrmechanismen (Anna Freud) durch die Abschneidung von außerhäuslichen Aktivitäten, die Benachteiligung von Kindern aus bildungsschwachen Haushalten mit geringem digitalen Equipment, die speziellen sozialräumlich bedingten Ansteckungsgelegenheiten, die massive Exposition des »Dienstleistungsproletariats« und die differentielle Vulnerabilität von älteren und hochbetagten
Personen berücksichtigen müssen. Der Test, ob die Aufbietung entsprechender soziologischer Daten an den Maßnahmen wirklich etwas geändert hätte, ist der Soziologie als Disziplin erspart geblieben. So beschränkt sich der von der Öffentlichkeit wahrnehmbare Einfluss der Soziologie auf Vermutungen über die Steigerung häuslicher Gewalt, depressiver Belastungsreaktionen, nachhaltiger Bildungsbenachteiligungen, gruppenspezifischer Sterberaten und einer Re-Traditionalisierung des Geschlechterverhältnisses im Zusammenhang mit den jeweiligen Eindämmungsregimes der Pandemie.

https://soziologie.de/fileadmin/user_upload/zeitschrift/volltexte/Bude_SOZIOLOGIE_Heft3_2022.pdf


75 Studies and Articles Against COVID-19 School Closures

24.12.2021 Based on the existing body of evidence from March 2020 to present, the predominant finding is that children (particularly young children) are at very low risk of acquiring SARS-CoV-2 infection in the first place (limited ACE 2 receptors in the nasopharynx of children (Patel and Bunyavanich) and a pre-activated innate immune system (research (August 2021) by Loske)), and if they do become infected.
Liste der Studien: https://brownstone.org/articles/75-studies-and-articles-against-covid-19-school-closures/


Europas Schulen in der Corona-Pandemie – ein Ländervergleich

ifo Institut, München, 2021
ifo Schnelldienst, 2021, 74, Nr. 12, 41-50
Dieser Beitrag vergleicht die Corona-Bildungspolitik in Deutschland mit sechs ausgewählten Ländern Europas im Zeitraum von Januar 2020 bis Mai 2021. Es zeigt sich, dass der bisherige deutsche Weg bezüglich Schulen in der Pandemie besonders einschränkend für Kinder und Jugendliche war.

https://www.ifo.de/DocDL/sd-2021-12-freundl-stiegler-zierow-schulen-europa-corona.pdf


Einseitig, unkritisch, regierungsnah? Eine empirische Studie zur Qualität der journalistischen Berichterstattung über die Corona-Pandemie

Oktober 2021
DOI:10.13140/RG.2.2.18680.11524
Autoren:
Marcus Maurer, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Carsten Reinemann, Ludwig-Maximilians-University of Munich
Simon Kruschinski, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die vorliegende Studie untersucht die Qualität der Medienberichterstattung über die Covid-19-Pandemie in Deutschland zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 30. April 2021 in elf Leitmedien mit unterschiedlichen redaktionellen Linien, darunter sieben Online-Nachrichtenangebote (faz.net · sueddeutsche.de · welt.de · bild.de · spiegel.de · focus.de und t-online.de) und vier Fernsehnachrichten-Formate (Tagesschau – ARD, heute – ZDF, RTL aktuell und ARD Extra zur Corona-Pandemie). Die Qualität der Medienberichterstattung messen wir dabei an frühere Studien anknüpfend auf sechs Dimensionen:
1) Relevanz, 2) Vielfalt, 3) Sachlichkeit / Neutralität, 4) Richtigkeit / Sachgerechtigkeit, 5) Ausgewogenheit und 6) Einordnung / Kontextualisierung.

https://www.researchgate.net/publication/369956345_Einseitig_unkritisch_regierungsnah_Eine_empirische_Studie_zur_Qualitat_der_journalistischen_Berichterstattung_uber_die_Corona-Pandemie


Schule und Schulpolitik während der Corona-Pandemie: Nichts gelernt?

Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, Bildungspolitik und pädagogische Praxis
DDS Die Deutsche Schule
Beiheft 18, 2021

Die weltweiten Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben auch das Bildungssystem beeinflusst. Vielerorts fand Unterricht im Frühjahr 2020 aus der
Distanz statt. Mittlerweile sind großangelegte Studien zu den Auswirkungen der Schulschließungen auf Schüler*innen erschienen. Deren Befunde sind in Bezug auf Schulstufe und Fachbereich heterogen. Im vorliegenden Review werden neun Studien näher beschrieben, um das Zustandekommen reflektierter Urteile über deren Ergebnisse zu ermöglichen.

Artikel Download: https://doi.org/10.31244/9783830994589.02

https://www.pedocs.de/volltexte/2022/23871/pdf/DDS_Beiheft_18_2021_Boettger_Zierer_Effekte_der_pandemiebedingten.pdf


Schulschließungen schaden Kindern enorm ohne Einfluss auf Infektionen

02.03.2021 Zig Millionen Schulkinder in Europa wurden in ihrer Ausbildung stark beeinträchtigt, da es mittlerweile in zwei aufeinanderfolgenden Schuljahren längere Schulschließungen gab. Sie wurden international eingeführt, ohne dass es ausreichende Beweise für ihre Rolle bei der Minimierung der Covid-19-Übertragung gab und ohne ausreichende Berücksichtigung der Schäden für die Kinder.

https://tkp.at/2021/03/02/schulschliessungen-schaden-kindern-enorm-ohne-einfluss-auf-infektionen/


Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

Belastungen und Entlastungen von Betroffenen sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend in der Corona-Pandemie

März 2021 Im Sommer 2020 wollte die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs wissen, wie es Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt erlebt haben, mit der Covid-19-Pandemie und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen geht.
Zweite Auswertung einer Online-Befragung:

https://www.aufarbeitungskommission.de/wp-content/uploads/Belastungen-und-Entlastungen_Zweite-Auswertung-Corona-Befragung_Aufarbeitungskommission.pdf


Seelische Gesundheit und psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen in der ersten Welle der COVID-19-Pandemie – Ergebnisse der COPSY-Studie

01.03.2021 Mental health and psychological burden of children and adolescents during the first wave of the COVID-19 pandemic—results of the COPSY study.
Die mit der COVID-19-Pandemie einhergehenden Veränderungen und Kontaktbeschränkungen können das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen beeinflussen.
COPSY ist die erste deutschlandweite repräsentative Studie, welche die psychische Gesundheit und Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen während der Pandemie untersucht. Die Ergebnisse werden mit denen der repräsentativen longitudinalen BELLA-Studie aus der Zeit vor der Pandemie verglichen.

Download Studie: https://link.springer.com/article/10.1007/s00103-021-03291-3


Closing schools is not evidence based and harms children

23.02.2021 Keeping schools open should be the UK’s top priority. Some 8.8 million schoolchildren in the UK have experienced severe disruption to their education, with prolonged school closures and national exams cancelled for two consecutive years. School closures have been implemented internationally1 with insufficient evidence for their role in minimising covid-19 transmission and insufficient consideration of the harms to children.

BMJ 2021; 372 doi: https://doi.org/10.1136/bmj.n521

https://www.bmj.com/content/372/bmj.n521


Schule während der Corona-Pandemie

Schule während der Corona-Pandemie

Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, Bildungspolitik und pädagogische Praxis
Herausgegeben von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
DDS Die Deutsche Schule, 17. Beiheft, 2021

Zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie wurden in den meisten Ländern der Welt ab Mitte März 2020 die frühkindlichen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen (ECEC) sowie Schulen geschlossen. Betrachtet man die Kita- und Schulschließungen in internationaler Perspektive, so weisen sie allerdings – trotz des weltweiten Einsatzes dieser Präventionsmaßnahme – eine beachtliche Varianz auf. Dieser Beitrag stellt einen konzeptionellen Rahmen vor, um die spezifischen Formen der nationalen Kita- und Schulschließungen sowie der Wiederöffnungen zu unterscheiden.

https://www.pedocs.de/volltexte/2021/21515/pdf/DDS_Beiheft_17_2021_Blum_Dobrotic_Die_Kita_und_Schulschliessungen.pdf


Pressemitteilung der DGKH

S3-Leitlinie Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung in Schulen | Lebende Leitlinie

Kurzfassung
08.02.2021 Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) hat zusammen mit Fachgesellschaften der Kinder- und Jugendärzte im Vorfeld in mehreren Stellungnahmen entscheidend dazu beigetragen, dass die Bewertung der Daten zu den Infektionsrisiken in Schulen zusammen mit konkreten Empfehlungen zum Infektionsschutz von Schülern und Lehrern Eingang in die Ausarbeitung der Leitlinie fanden. Schulschließungen lassen sich mit konkreten Hygienekonzepten vermeiden. Diese Hygienekonzepte basieren auf den langjährigen Erfahrungen der Hygiene und deren Umsetzung in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen. Die Effektivität der Hygienekonzepte ist erwiesenermaßen die Voraussetzung, dass die medizinischen Systeme offengehalten werden können und weiter funktionieren. Da Kinder nicht die Treiber der Pandemie sind, sind die umfassenden Hygienekonzepte, wie sie auch in der Leitlinie ihren Niederschlag
finden, die entscheidende Voraussetzung, dass auch Schulen weiter funktionieren d. h. offenbleiben könnten.

https://www.krankenhaushygiene.de/pdfdata/2021_02_08_PM_DGKH_S3-LL.pdf


Corona-Schulschließungen treffen leistungsschwächere Schüler*innen besonders hart

21.12.2020 Unsere Umfrage zeigt, dass deutsche Schulkinder während der Corona-bedingten Schulschließungen ihre tägliche Lernzeit auf die Hälfte reduzierten. Besonders leistungsschwächere Kinder ersetzen Lernzeit durch wenig förderliche Aktivitäten wie Computerspielen. Die Ergebnisse betonen die Bedeutung verbindlicher Konzepte für Distanzunterricht bei Schulschließungen, die sich besonders an leistungsschwächere Schüler*innen richten.

https://www.ifo.de/medienbeitrag/2020-12-21/corona-schulschliessungen-treffen-leistungsschwaechere-schuelerinnen


Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Hans-Jürgen Papier warnt:

«Auch wer die Gesundheit der Bevölkerung schützen will, darf nicht beliebig in die Grundrechte eingreifen»

20.10.2020 Die Politik muss die Massstäbe ihres Handelns offenlegen, einen naturwissenschaftlichen Automatismus gibt es nicht, das Parlament sollte aus dem Dämmerschlaf erwachen: Papier kritisiert die Schieflagen in der politischen Debatte um das Coronavirus.

https://www.nzz.ch/international/hans-juergen-papier-warnt-vor-aushoehlung-der-grundrechte-ld.1582544


Prof. Dr. Michael Klundt, Kindeswohlgefährdung durch Corona Maßnahmen, Kritik an Bundesregierung

09.09.2020 Der Kindheitswissenschaftler Prof. Klundt vom Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften an der Hochschule Magdeburg-Stendal stellte am 9.9.2020 (Datum im Vorspann ist falsch) in der Kinderkommission des Deutschen Bundestages (KiKo) seine Untersuchungsergebnisse zum Umgang mit Kindern und Jugendlichen während der s.g. Corona-Pandemie in Deutschland vor. Kinderrechte seien dabei weitgehend ignoriert worden, rügt er. Bund und Länder seien ihrer Verpflichtung zu Schutz und Fürsorge für 13 Millionen Kinder nicht nachgekommen, sondern hätten Kinder „wie Objekte behandelt.“ Das sei an sich bereits eine „schwere Form der Kindeswohlgefährdung.“ Der Schutz des Kindeswohls sei am Anfang sogar zu einem „Schutz vor Kindern“ gemacht worden, als diese als die einzigen „Super-Spreader“ des Virus hingestellt worden seien, beklagte Klundt. Schwere Völkerrechtsverletzungen gebe es in zahlreichen Vertragsstaaten der Kinderrechtskonvention.
Der Originalbeitrag im Fernsehen des Deutschen Bundestages: https://dbtg.tv/cvid/7466645

https://youtu.be/DYZC-Baluh0?si=K9PZTbc7X7HETRSu


Finnisch-Schwedische Studie findet keinen positiven Effekt durch Schulschließung

21.08.2020 Finnland sperrte die Schulen zu, in Schweden blieben sie offen. Die Corona-Infektionsraten bei Kindern waren jedoch in beiden Ländern ähnlich. Die schwedische Gesundheitsbehörde und das finnische Institut für Gesundheit und Wohlfahrt veröffentlichten eine Studie über das Auftreten von im Labor bestätigten Corona-Infektionen bei Schulkindern in beiden Ländern.

https://tkp.at/2020/08/21/finnisch-schwedische-studie-findet-keinen-positiven-effekt-durch-schulschliessung/

Download Studie: https://www.folkhalsomyndigheten.se/contentassets/c1b78bffbfde4a7899eb0d8ffdb57b09/covid-19-school-aged-children.pdf


Folgekosten ausbleibenden Lernens: Was wir über die Corona-bedingten Schulschließungen aus der Forschung lernen können

ifo Institut, München, 2020
ifo Schnelldienst, 2020, 73, Nr. 06, 38-44
Wie werden sich die mehrmonatigen Schließungen der Schulen für alle Schüler*innen aufgrund der Corona-Pandemie auf die zukünftige Entwicklung der betroffenen Kinder und Jugendlichen auswirken? In der empirischen Wirtschaftsforschung gibt es kaum robustere Befunde als den positiven Einfluss von Schulbesuch und Kompetenzerwerb auf wirtschaftlichen Wohlstand. Geht etwa ein Drittel eines Schuljahres an Lernen verloren, so geht dies über das gesamte
Berufsleben gerechnet im Durchschnitt mit rund 3–4% geringerem Erwerbseinkommen einher. Darüber hinaus zeigen Untersuchungen streikbedingter Schulschließungen, vorab geplanter Kurzschuljahre und langer Schulferien, dass ausbleibender Schulunterricht die Kompetenzentwicklung und den zukünftigen Arbeitsmarkterfolg dauerhaft schmälert. Deshalb steht bei den aktuellen Herausforderungen der Bildungspolitik sehr viel auf dem Spiel. Sie muss alles
daransetzen, dass alle Kinder und Jugendlichen – mit oder ohne Präsenz in der Schule – umgehend wieder lernen.

https://www.ifo.de/publikationen/2020/aufsatz-zeitschrift/folgekosten-ausbleibenden-lernens-was-wir-ueber-die-corona